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arbeitnehmer und unternehmen auf sinnsuche blogbeitrag von doris ehrhardt textett - Auf Sinnsuche im Job

Wozu mach‘ ich das überhaupt?

Vermutlich hat sich jeder berufstätige Mensch schon mal die Frage gestellt, welchen Sinn seine Arbeit ergibt. Angestellte möchten wissen, für welche Werte ihr Arbeitgeber steht und wie sinnhaft ihre Tätigkeit ist. Unter anderem dafür sind die Statements gemacht, die Unternehmen meistens unter der Überschrift „Vision“ oder „Mission“ veröffentlichen.

Purpose-Statements schaffen Klarheit

Der Trend zu solchen Statements begann ursprünglich unter dem Begriff „Purpose“. Sehr vereinfacht gesagt, geht es in Purpose-Statements darum, dass ein Unternehmen seine Existenz rechtfertigt und sich selbst erklärt: welche Absicht es verfolgt, welchen Nutzen es den Kunden bietet, welche Prinzipien die Grundlage für Entscheidungen sind, welche Ziele es erreichen will. Das Praktische an solchen Statements: Man sieht gleich, ob man hier richtig ist, ob als Kunde, Mitarbeiter oder Bewerber.

Sinnhaftigkeit motiviert

Ich beschäftige mich seit sechs Jahren mit Employer Branding. Also lese ich dazu diverse Umfragen und Studien. Angestellte geben in Umfragen regelmäßig an, dass sie nichts so stark motiviert wie die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit. Dabei geht es ihnen weniger darum, ob ihre Arbeit systemrelevant ist oder dem Gemeinwohl dient Vielmehr möchten sie erkennen, dass sie einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.
Von Arbeitgebern wurde bislang nicht unbedingt erwartet, dass sie soziale Ziele verfolgen oder den Planeten retten möchten. Das schließe ich aus Untersuchungen zur Frage, welche die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland sind. Die beliebtesten Arbeitgeber kommen nicht aus den Bereichen Umweltschutz, Soziales oder Gesundheitswesen. In den Rankings stehen regelmäßig die Konzerne BMW, Adidas und Daimler ganz oben. Der begehrteste Arbeitgeber weltweit ist Google. Gemeinsamer Nenner aller sogenannten Top-Arbeitgeber: Sie betreiben gutes Arbeitgebermarketing. Dazu gehört, dass sie ihre Unternehmenskultur vermitteln und alle Beschäftigen eine klare Vorstellung davon haben, welche Werte bei der Arbeit und im Umgang miteinander zählen. Und dass jeder Einzelne weiß, welchen Sinn seine Tätigkeit für den Unternehmenszweck ergibt.

Essay zur beruflichen Sinnfrage

Vor der Corona-Pandemie machte ich der Zeitschrift „emotion“ den Vorschlag, über „Sinn und Zweck von Arbeit“ zu schreiben. Zufällig plante die Redaktion gerade ein Dossier zur Frage „Was gibt meinem Leben Sinn?“ und beauftragte mich mit einem Essay. Das Heft mit dem Sinn-Dossier (Ausgabe 07/08 – 2020, bis ca. 25. August 2020 im Handel ) ist inzwischen erschienen – mit lesenswerten Texten, auch über den Druck, den die Suche nach Bedeutsamkeit machen kann. In meinem Essay unter der Überschrift „Vision als Mission“ gehe ich auf Aspekte wie diese ein:
• Wie in der beruflichen Sinnfrage die Begriffe durcheinander fliegen.
• Warum die Sinnfrage in Zeiten von New Work noch wichtiger ist als bisher.
• In welchem Fall Motivation ein Selbstgänger ist.
• Welche Faktoren ausschlaggebend sind, damit ein Mensch seiner Arbeit einen Sinn geben kann.
• Inwiefern aus der Corona-Krisenerfahrung ein generationenübergreifendes Wir-Gefühl entstehen könnte.
• Warum die Generation Z besonders stark auf die Unternehmenskultur achtet und auf Nachhaltigkeit drängt.

Lesetipps:
Die verzweifelte Sinnsuche der Konzerne. Ein (kostenpflichtiger) Beitrag im manager magazin.
„Warum sind wir hier?“. Ein Artikel darüber, wie Unternehmen ein starkes Purpose-Statement entwickeln und vermitteln (Harvard Business Manager, Print-Ausgabe Februar 2020).
Values Matters. Wie es sich auswirkt, wenn CEOs zu sozialpolitischen Themen öffentlich andere Werte und Positionen vertreten als die Mitarbeiter (Studie der Columbia Business School, New York).
• Aktuelle emotion-Ausgabe bestellen.

Foto: © Ante Hamersmit on Unsplash

 

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